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Das Ende der WM-Vorrunde – Verlierer und Ballkünstler

Beitrag vom 25.06.2014 15:40 Uhr

Das Ende der WM-Vorrunde – Verlierer und Ballkünstler

1. Einleitung

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 hat einige Überraschungen mit sich gebracht. Bosnien-Herzegowina nahm zum allerersten Mal überhaupt bei einer WM Teil, während Schweden mit Superstar Zlatan Ibrahimovic erneut den Einzug in die Vorrunde verpasste. Bereits im Vorfeld spekulierten Fachleute und Laien über die möglichen Gruppensieger, die Verteilung der Mannschaften und die Kombination der Achtelfinals.

Abbildung 1: Die WM läuft ohne Star Zlatan Ibrahimovic ab.

Tatsächlich taten sich die meisten Favoriten, unter ihnen Spanien, Brasilien und Deutschland in der Gruppenphase schwer und setzten zunächst kein deutliches Zeichen. Andere Mannschaften überraschten mit großer Willensstärke und der richtigen Taktik gegen vermeintlich stärkere Länder.

2. Gruppenphase

In der Gruppenphase fielen 136 Tore, im Schnitt 2,83 pro Spiel. Am torgefährlichsten sind die Niederlande mit zehn Treffern, danach folgen Kolumbien mit neun und Frankreich mit acht. Diese Mannschaften setzten sich durch, doch es gab auch einige Überraschungen.

2.1. Gruppe A

In der Gruppe A trafen Brasilien, Mexiko, Kroatien und Kamerun aufeinander. Brasilien ging als klarer Favorit in die Spiele, während Kamerun und Kroatien als Außenseiter galten. Kroatien gehörte vor einigen Jahren zu den besten europäischen Mannschaften, schaffte es aber seit 2002 nicht mehr aus der Vorrunde heraus. Mexiko erreichte in den letzten fünf Turnieren jeweils das Achtelfinale.

Abbildung 2: Neymar will den 6. WM-Sieg für Brasilien.

Brasilien tat sich gegen Kroatien zunächst schwer, dominierte dann aber das Geschehen. Im direkten Duell gegen Mexiko zeigte sich die gute Defensivarbeit der Mexikaner, die das Team trotz Schwierigkeiten in der Qualifikation zu einer Einheit formte. Schwachpunkt blieb ein konsequenter Abschluss der Mexikaner. Brasilien setzt zunehmend auf den hochgelobten Neymar, der für die Mannschaft der Dreh- und Angelpunkt ist.

2.2. Gruppe B

In dieser Gruppe kämpften die Niederlande, Spanien, Chile und Australien um den Einzug ins Achtelfinale. Spanien und Niederlande galten als gesetzt, doch Chile zeigte sich außergewöhnlich stark. Die Niederländer nahmen bereits an neun Endrunden Teil, konnten jedoch noch nie eine WM gewinnen.

Titelverteidiger Spanien gewann 2010 in Südafrika gegen die Niederlande, eine Revanche folgte im ersten Spiel der beiden Mannschaften. Galt Spanien als Favorit, so mussten Fußballfans eine massive Niederlage mit 1:5 mit ansehen. Die Schwächen der Chilenen liegen in den Standards und der Chancenverwertung, blieben jedoch insgesamt souverän und kamen wie die Niederlande mit ihrer stärksten Leistung seit Jahren ins Achtelfinale.

Abbildung 3: Spaniens Stars konnten das Scheitern nicht verhindern.

Für Spanien blieb nur noch der Pflichtsieg gegen Außenseiter Australien und so scheidet nach Italien 2010 erneut der WM-Titelverteidiger in der Vorrunde aus.

2.3. Gruppe C

Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste und Japan trafen in Gruppe C aufeinander. Die Gruppe galt als ausgeglichen, mit leichtem Vorteil für Kolumbien, die in der Qualifikation sehr stark auftraten und dort den zweiten Platz erreichten. Tatsächlich konnte Kolumbien drei Siege für sich verbuchen und präsentiert eine gute Offensive, die schnell umschalten kann.

Griechenland rettet sich mit einem Sieg durch einen Foulelfmeter gegen die Elfenbeinküste und einem Unentschieden gegen Japan in die nächste Runde. Die starke Defensivarbeit ist eine der besten Eigenschaften der Mannschaft. Zum ersten Mal überhaupt sind die Griechen im Achtelfinale dabei. Ihr fehlendes Tempo und mangelnder Abschluss sind aber keine Garantie für den Erfolg. Kolumbien bleibt stärkste, treibende Kraft mit hoher Zweikampfstärke.

2.3. Gruppe D

Abbildung 4: Uruguays Luis Suarez geht mit seinem Biss wohl in die WM-Geschichte ein.

England, Italien, Costa Rica und Uruguay bildeten die spannende Gruppe D. Seit Anfang der 90er kam England über die Viertelfinalteilnahme nicht hinaus, während Italien bis 2010 ein Auf und Ab von Vorrunde bis Finale erlebte. Uruguay ist ein Urgestein der WM mit zwei Titeln und dreimal Platz vier unter den Top Ten der WM-Mannschaften. Costa Rica galt als Außenseiter, erreichte zuletzt 1990 das Achtelfinale und scheiterte ansonsten in der Vorrunde oder der Qualifikation.

Costa Ricas Torhüter Keylor Navas ließ mit seiner Abwehr nur ein Gegentor zu, die Defensive steht geschlossen, denn das Kollektiv macht Costa Ricas Fußball so interessant und erfolgreich.

Uruguays Stürmer sind gut aufgestellt und mit Luis Suarez ist ein echter Topstar wichtige Stütze des Teams. Allerdings hat er sich aufgrund seines unsportlichen Verhaltens mit seinem Biss gegen Giorgio Chiellini selbst aus der WM geworfen.

2.4. Gruppe E

In Gruppe E standen sich Frankreich, die Schweiz, Ecuador und Honduras gegenüber. Während sich Frankreich aufgrund solider Leistungen in den letzten Turnieren als Favorit bestätigte, blieb das Duell der drei anderen Mannschaften spannend. Ecuador zeigte sich gegen Frankreich nervenstark, kam aber über ein unentschieden nicht hinaus. Die Schweiz kam zuletzt 1954 ins Viertelfinale, 2006 ins Achtelfinale. Viele Gegentore in der Gruppenphase verunsicherten die Schweizer in einer sonst soliden Defensive. Xherdan Shaqiri, Mittelfeldspieler, ist klarer Star der Mannschaft. Die Schweiz setzte sich mit seiner Hilfe gegen Honduras durch und schaffte den Einzug ins Achtelfinale. Was der Mannschaft fehlt, ist Routine und konsequentes Zusammenspiel.

2.5. Gruppe F

Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Nigeria und Iran wollen in Gruppe F punkten. Argentinien erfüllt die Favoritenrolle, allerdings mit holprigem Auftakt gegen Bosnien-Herzegowina. Gegen den Iran konnte Superstar und Weltfußballer Lionel Messi mit seinem 1:0 in der letzten Minute seine Qualität aufzeigen. Drei Siege sind ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. Nigeria gilt als eine der besten Mannschaften des afrikanischen Kontinents.

Abbildung 5: Nigerias John Obi Mikel spielt beim FC Chelsea.

Besonders das schnelle Konterspiel ist Nigerias Steckenpferd, eine stabile Defensive fehlt dabei jedoch. Mit viel Dynamik und Willensstärke hat Nigeria nach 1994 und 1998 das Ticket ins Achtelfinale gelöst.

2.6. Gruppe G

Deutschland, USA, Portugal und Ghana sind in Gruppe G vereint. Auch wenn die Deutschen als Favorit gesetzt waren, hatten sie einige Schwierigkeiten, sich gegen Ghana und die USA durchzusetzen. Besonders im Abschluss fehlt es Deutschland an Ideen, auch wenn die Positionswechsel in der Offensive gute Möglichkeiten bieten. Torwart Manuel Neuer erweist sich immer mehr als unersetzbar. Portugal brillierte bei der WM 2006 und erreichte den vierten Platz, kam 2010 ins Achtelfinale. Die Gesamtbilanz ist jedoch ernüchternd, auch wenn viele auf Superstar Cristiano Ronaldo gesetzt hatten. Der konnte aber nicht verhindern, dass die USA mit besserem Torverhältnis vorbeizogen. Die USA kamen zuletzt 2002 ins Viertelfinale und zeigten deutliche Verbesserungen in Tempo und Spielaufbau. Es fehlt jedoch an einer Vielzahl an Spielern, die über einen längeren Zeitraum Ergebnisse erzielen.

2.7. Gruppe H

Belgien, Algerien, Russland und Südkorea. Für viele ist Belgien immer noch ein Geheimfavorit der WM 2014. Mit drei Siegen schreitet die Mannschaft ins Achtelfinale, zeigt zwar keine Torstärke, jedoch hohe Defensivleistungen. Der einzige Gegentreffer war ein Foulelfmeter von Algerien. Bleibt die Frage, ob Belgien die Offensivleistung steigern kann, um sich gegen torgefährlichere Gegner durchsetzen zu können.

Abbildung 6: Dries Mertens ist Belgiens Torjoker.

Algerien ist als Gruppenzweiter eine Überraschung, denn die Wüstenfüchse waren bei einer WM noch nie so weit gekommen. Ihre Stärke liegt im aggressiven Zweikampf und einer geballten Defensive, die vor allem nach Konterspielen gut funktioniert. Eine Schwäche bleibt die mangelnde Erfahrung bei großen Turnieren, sowie die fehlende Kondition bei der sehr intensiven Spielweise. Russland konnte sich nicht auf alte Stärken besinnen und trotz der erneuten Teilnahme nach zuletzt 2002 keinen Fuß ins Spiel bekommen.

3. Favoriten

Quelle: weltfussball.de

In der Tabelle der besten Mannschaften mit den höchsten Punkten stechen die Niederlande, Kolumbien, Argentinien und Belgien hervor. Doch in Relation der Gruppenzusammensetzungen haben sich Kolumbien und Brasilien in etwas schwächeren Gruppe durchgesetzt, während Costa Rica und Belgien und die Niederlande sich gegen gut gemischte und starke Gegner behaupten konnten.

Der Heimvorteil spricht klar für Brasilien, Argentinien und Co. Die Mannschaften zeigen Spielfreude und Willensstärke und sind im heißen Klima gut aufgestellt.

Auf der anderen Seite stehen mit Frankreich, Deutschland und den Niederlanden routinierte Mannschaften im Turnier, die sich seit Jahren an der Spitze der Turniere wiederfinden. Für die vermeintlich schwächeren Mannschaften wie Belgien, Costa Rica oder Kolumbien sprechen die Überraschungsmomente und die guten Teams, die ohne Superstars auskommen und die Aufstellung flexibel gestalten.

Brasilien gefällt sich in der Favoritenrolle, musste aber einige Dämpfer erhalten. Mit ihrem starken Pressing und hoher Laufstärke zementieren die Brasilianer ihre Rolle als Rekordmannschaft. Doch in Zweikämpfen und Pässen schleichen sich besonders im späteren Verlauf der Spiele immer mehr Fehler ein. Deutschlands Bilanz ist etwas durchwachsen, bis auf das Spiel gegen Portugal.

Quelle: fifa.com

Die entscheidenden Momente können den erfahrenen Mannschaften wie Deutschland, Frankreich, Argentinien, Brasilien und den Niederlanden helfen, bis zum Finale zu kommen.

Die Vorrundenüberraschungen könnten im Laufe des Turniers an ihren strukturellen, personellen und körperlichen Schwächen scheitern. Einzelne Aktionen von Superstars wie Lionel Messe in Argentinien oder Neymar in Brasilien können die entscheidenden Punkte für den Sieg liefern. Teams, die sich schnell auf den Gegner einstellen können und flexible Personalien besitzen, wie zum Beispiel Deutschland oder Brasilien, könnten ebenfalls davon profitieren.

5. Prognose

Bisher haben sich die Gruppenfavoriten zwar nicht immer klar, aber beständig durchgesetzt. Die Niederlande könnten ihren möglichen Durchmarsch im Halbfinale an Argentinien verlieren, wenn Argentinien noch mehr Akzente in der Offensive setzt. Deutschland könnte bereits im Viertelfinale an Frankreich scheitern. Das beste Passspiel (Deutschland) trifft auf den besten Angriff (Frankreich). Im Halbfinale könnten sie auf die Brasilianer treffen, die bereits mit Defensivproblemen zu kämpfen haben. Die Bilanz spricht für Frankreich und Brasilien gegen Deutschland, doch die finale Chancenverwertung wird die besten Mannschaften aufzeigen.

Wenn sich die jungen lateinamerikanischen Mannschaften steigern können, wäre zumindest eine Halbfinalteilnahme für Costa Rica oder Kolumbien möglich. Doch ob sie am Routinefußball der „Großen“ vorbeikommen, ist schwer zu sagen.

Bildquellen:

Abbildung 1: Wikimedia.commons.org © Frankie Foughantin (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © copa2014.gov.br (CC BY 3.0)
Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © Clément Bucco-Lechat (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 4: Wikimedia.commons.org © Ailura (CC BY-SA 3.0 AT)
Abbildung 5: Wikimedia.commons.org © Warren Fish (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 6: Wikimedia.commons.org © Youri165 (CC BY-SA 3.0)

 
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