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Das Fußballschuh-ABC: Beschaffenheit und Pflege

Beitrag vom 27.08.2014 11:14 Uhr

Das Fußballschuh-ABC: Beschaffenheit und Pflege

Ein guter Fußballschuh ist die Basis für ein gutes Training und Erfolg auf dem Platz. Wie bei anderen Schuhen auch muss der Schuh passend sitzen, die Beweglichkeit fördern und guten Halt auf dem Untergrund bieten. Bei der Fußball-WM 2014 konnten Zuschauer beobachten, welche Vielfalt mittlerweile auf dem Markt existiert und wer selbst spielt, weiß, worauf es bei einem guten Schuh ankommt. Doch bei dem großen Angebot sollten Spieler und Trainer genau darauf achten, dass der Schuh zum Untergrund und zur Belastung passt und auch für eine längere Zeit zum Einsatz kommen kann.

Abbildung 1: Profis legen viel Wert auf speziell angepasste Schuhe.

Entwicklung der Schuhe

Adidas, Reebok und Puma begannen bereits früh damit, ihre Sportschuhe zu verbessern und an die Bedingungen auf dem Platz anzupassen. Adidas brachte in den 50ern die ersten leichten Sportschuhe mit Schraubstollen auf den Markt, die durch das Wunder von Bern berühmt wurden.

Abbildung 2: Am Anfang gab es nur Lederstiefel, die bei Regen oft bis zu einem Kilo wogen.

Zuvor nutzten Fußballspieler recht schwere Schuhe aus Leder, die sich im Laufe der Jahrzehnte zu leichten Modellen mit weicher Kappe und niedrigem Schnitt veränderten. Zunächst bestanden die Schuhe und Stollen aus Rindsleder, später aus leichtem Nylon und Mischtextilien.
Ab den 70ern gewann die Entwicklung deutlichen Aufschwung, so kamen nun Kunststoffmäntel über die Stollen, was die Verletzungsgefahr deutlich reduzierte. Sechs bis acht Stollen sind am Stollenschuh angebracht und beim Torwart gab es einige Veränderungen für Sicherungen im Vorderfußbereich und an der Ferse. Neben den Stollenschuhen gibt es Nocken- und Noppenschuhe, die auf unterschiedlichen Böden den besten Halt geben. Ausführliche Informationen zu der Entstehung der Stollenschuhe und Verwendung neuester Technik liefert das Deutsche Patent- und Markenamt.

Stollenschuhe
Die auswechselbaren Schraubstollen, die unterschiedliche Höhen besitzen können, sind immer noch am weitesten verbreitet. Mittlerweile arbeiten Designer an Schuhen mit austauschbaren Steck- und Klickverbindungen, um ähnliche Ergebnisse ohne Verschraubungen zu erzielen.

Abbildung 3: Klassisch sind sechs Stollen unter der Sohle angebracht.

Stollenschuhe eignen sich am besten für feuchte und tiefe Böden, wie Naturrasen, der auf den meisten großen Fußballplätzen vorliegt. Die Bezeichnung SG ist beim Kauf der Stollenschuhe relevant, denn sie erläutert die Bodenbeschaffenheit (SG = Soft Ground). Je nachdem, wie der Zustand des Naturrasens ist, können Spieler und Trainer die Stollenschuhe durch die Schrauben verändern und anpassen. Hauptsächlich gibt es runde Stollen, doch heutzutage sind längliche Stollen vorhanden, die mehr Widerstandsfläche bieten und die Rutschfestigkeit erhöhen. Für die Stabilität sorgen Außensohle, der Mittelfußbereich und das Obermaterial, zum Teil mit Schaft. Die synthetischen Materialien sind bei vielen Spielern beliebt, da die Passform erhalten bleibt, sie keine Feuchtigkeit aufnehmen und diese eine sehr gute Ballkontrolle ermöglichen, da wenige Ebenen zwischen Fuß und Ball bestehen.

Nockenschuhe
Schuhe mit Nocken sind für harte Böden wie Kunstrasen, harten Naturrasen oder Asche geeignet. Sie entstanden in den 80er Jahren als Weiterentwicklung der Stollenschuhe für harten Untergrund. Die Nocken sind direkt in die Sohle gespritzt und bilden zusammen mit ihr eine komplexe Einheit. Ungefähr zehn bis achtzehn Nocken liegen an der Sohle, die für schnelle und leichte Schuhe ideal sind.

Abbildung 4: Nockenschuhe sind für viele Böden gut geeignet.

Dabei gibt es folgende Unterscheidungen der Bodenbeläge:

AG – Artificial Ground
Dies steht für Kunstrasen, der am besten mit länglichen Nocken zu bespielen ist. Der Abrieb ist auf Kunstrasen besonders hoch, deshalb müssen die Nocken widerstandsfähig und robust sein.

FG – Firm Ground
Firm Ground bedeutet fester Boden und richtet sich ausschließlich an Naturrasen, der trocken oder nass ist. Die Nocken sind mit breiterem Abstand versehen, damit der Rasen und die Sohle nicht miteinander verkleben.

HG - Hard Ground
Der harte Untergrund von Asche oder Kunstrasen benötigt viele kurze und harte Nocken, die sehr gut für die hohe Abnutzung geeignet sind.

TF - Turf
Nocken vorgesehen, die ausschließlich auf hartem Boden zum Einsatz kommen. Die Sohle ist sehr robust und belastbar. Diese Schuhmodelle sind oft als Tausendfüßler oder Bürstenschuh bezeichnet. In vielen Fällen sind die Nocken auch als Noppen bezeichnet.

Am weitesten verbreitet unter den Nockenschuhen sind die FG-Schuhe, die sehr variabel einzusetzen sind. Der Vorteil der vielen Nocken liegt in den Berührungspunkten für den Ball und die daraus folgende gute Ballkontrolle. Nachteile können bei sehr weichem und rutschigem Boden bestehen, da Stollen dort einen besseren Halt geben. Die TF-Schuhe sind sehr vielseitig und durch ihre vielen Nocken bieten sie guten Halt auf allen harten Böden. AG-Schuhe sind speziell auf Kunstrasen ausgerichtet, da sie härter gebildet sind, als alle anderen Nockenschuhe. HG-Schuhe besitzen mehr Nocken als die FG-Schuhe und sind besonders auf Ascheplätzen sinnvoll, auf denen ein Eindringen in den Boden noch möglich ist.

Mischformen
Mischsohlen bestehen in der Grundform aus einem Nockenprofil, das dabei bis zu sechs Nocken durch Schraubstollen ersetzt. Sie leisten eine verbesserte Ballkontrolle und viele Spieler loben den hohen Tragekomfort bei trockeneren Böden. In der Regel fallen sie bei den Herstellern noch unter die Stollenschuhe, doch zusätzliche Nachfrage erhöht die Verbreitung.

Hallenschuhe
Im Gegensatz zu den Nocken- und Stollenschuhen besitzen Hallenschuhe keine zusätzlichen Haltepunkte. IN steht für Indoor und beinhaltet flache Schuhe mit einer Dämpfung, die auch unter dem Namen EVA bekannt ist.

Passformen und Qualität

Abbildung 5: Viele Profis wie Real Madrids Fábio Coentrão benötigen guten Halt beim Sprinten.

Viele Spieler wissen, dass die perfekte Passform notwendig ist, um ohne Schmerzen oder Probleme einwandfrei spielen zu können. Wichtig ist, dass der Schuh eng am Fuß sitzt, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Fühlt sich der Schuh beim Kauf noch sehr eng an, kann er sich jedoch im Laufe des Trainings weiten und an den Fuß anpassen. Druckschmerzen sind allerdings erste Zeichen, dass der Schuh nicht richtig zum Fuß passt. Dann ist ein Schuh mit einer halben Nummer größer zu wählen. Damit der Schuh einige Spiele und Trainingseinheiten aushält, sollten Käufer auf die gute Verarbeitung der Nähte achten. Das Obermaterial sollte ebenfalls geprüft sein und dabei gibt es immer noch Schuhe aus Leder und viele Modelle aus Synthetik. Leder bietet oft viel Komfort, während Synthetik leichtes und strapazierfähiges Material bedeutet, das jedoch nicht immer optimal verarbeitet ist.
Je nach Hersteller sind die Schnittformen sehr unterschiedlich, doch meist gibt es vergleichsweise schmale und breitere Formen. Ein Tipp ist es, im Geschäft oder beim Kauf den Schuh an der Ferse zu fassen und ihn auf einem Tisch zu knicken. Der beste Knick ist auf Höhe der Zehengrundgelenke zu sehen, denn der Rest des Fußes sollte stabil im Schuh sitzen. Ein weiterer Tipp besteht darin, nach einem intensiven Training die Fußballschuhe zu kaufen, denn dann sind die Füße ausgedehnt und der Spieler kann so eher herausfinden, welcher Schuh bei Belastung am besten passt. Weiterhin sind weiche Innensohlen und verstärkte Fersen ein Zeichen für einen guten Schuh. Zusätzliche Tipps gibt es auf dieser Seite.
Viele Testberichte klagen über die sehr schmalen Passformen, die vor allem größeren Spielern Probleme bereiten. Aktuell kommen erweiterte Schuhe auf den Markt, die den Tragekomfort für größere Füße erhöhen sollen.

Pflege
Damit der Lieblingsschuh lange hält, gilt es, einige Pflegehinweise zu beachten. Vor der Pflege ist der Schuh zu trocknen, am besten mit Zeitungspapier ausgestopft und in normaler Umgebungstemperatur abgestellt. Heizungen sind nicht gut geeignet und könnten im Obermaterial Risse entstehen lassen. Des Weiteren ist zwischen echtem Leder- und Synthetikmaterial zu unterscheiden.
Bei grobem Dreck reicht Synthetikschuhen ein feuchtes Tuch oder eine Bürste und kaltes Wasser. Einige Hersteller empfehlen bei ihren Schuhen keine weiteren Pflegemittel anzuwenden, da ihr Material nicht austrocknen kann. Es gibt Lotionen für Sportschuhe, die auf synthetisches Leder spezialisiert sind, doch selbst bei guter Pflege wird das Material nach einigen Jahren hart, spröde und brüchig. Einige Modelle sollten Spieler nach dem Reinigen mit Schuhspannern in Form halten.
Lederschuhe benötigen nach der Reinigung mit warmem Wasser wieder Fett, um geschmeidig zu bleiben. Ein Tuch oder eine feine Bürste reichen zum Auftragen der Pflegemittel aus. Nach der Reinigung sollten die Schuhe nie in einer Plastiktüte stehen oder in kalten Räumen gelagert sein, da dies das Material angreifen könnte. Fußballschuhe gehören außerdem nie in die Waschmaschine.
Die Stollen sollten Fußballer regelmäßig herausschrauben und die Gewinde einölen, damit die Stollen leichter zu wechseln sind.

Fußballschuhe der Stars
Cristiano Ronaldo schwört auf Stollenschuhe und ist bei der WM 2014 mit Nikes Mercurial Superfly IV angetreten. Dieser Schuh besitzt einen zusätzlichen Stollen an der Sohle, damit Ronaldo zusätzliche Geschwindigkeit aufbauen konnte. Das Besondere ist die Flyknit-Technologie, die den Schuh aus einer einzigen Schicht entstehen lässt und mit der angenähten Socke eine optimale Passform ergibt.

Abbildung 6: Cristiano Ronaldo erhält pro Jahr neun Millionen Euro Sponsoring durch Nike

Superstar Lionel Messi ist seit Jahren mit Adidas in Verbindung. Der F50 besitzt ein Triangel-Nocken- oder Stollensystem, das schnelle Richtungswechsel und Bewegungsfreiheit ermöglicht. Die SprintFrame Technologie ist eine Verbesserung der Außensohle, die trotz minimalem Gewicht die Sohle stabilisiert. Darüber hinaus ist in der Sohle eine Ausbuchtung, in der ein Speed Cell, ein Chip untergebracht ist, der im Training Laufgeschwindigkeit, Anzahl der Sprints oder zurückgelegte Distanz aufzeichnet und für spätere Analysen bereitstellt. Das Gewicht des Schuhs beträgt nur 165 Gramm.
BVB-Kicker Marco Reus trägt Pumas neuestes evoSPEED Modell. Das obere Material besteht aus Mikrofaser und ist sehr leicht zu tragen. In der Außensohle befindet sich ein SpeedTrack-Element, das sich sehr gut an das Abrollen des Fußes anpasst und schnelle Reaktionen ermöglicht. Die Mischung aus konischen und länglichen Stollen soll die Geschwindigkeit des Spielers auf harten Oberflächen erhöhen, während die außenliegende Fersenkappe die Ferse stabilisiert. Das Gewicht liegt bei 183 Gramm.

Bildquellen:

Abbildung 1: Wikimedia.commons.org © AntalyasporFC (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © Bundesarchiv, Bild 146-2007-0131 / CC-BY-SA (CC BY-SA 3.0 DE)
Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © Virtual Falcon (CC BY 3.0)
Abbildung 4: Wikimedia.commons.org © Erin Corey (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 5: Pixabay.com © tpsdave (CC0 1.0)
Abbildung 6: Wikimedia.commons.org © Fanny Schertzer (CC BY-SA 3.0)

 
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