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Der Job des Trainers – gibt es das Erfolgsrezept?

Beitrag vom 20.06.2014 17:05 Uhr

Der Job des Trainers – gibt es das Erfolgsrezept?

Um kaum eine Personalie streiten sich Fußballexperten und Laien so sehr, wie um die des Trainers. Hinter jeder guten Mannschaft steckt ein erfolgreicher Trainer, doch nicht immer gibt es dabei Erfolgsgeschichten, die über Jahrzehnte andauern. Einige übernehmen die Leitung nur für kurze Zeit, andere prägen den Trainingsstil über mehrere Jahre. Zu den erfolgreichsten Trainern der Bundesliga in Deutschland gehören Ottmar Hitzfeld, Louis van Gaal oder Franz Beckenbauer.

Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/214643/umfrage/erfolgreichste-trainer-in-der-fussball-bundesliga/

Abbildung 1: Ottmar Hitzfeld trainierte die Schweizer Nationalmannschaft bis 2014.

Häufig ist es der Trainer, der bei Niederlagen und schlechten Saisons das Feld räumen muss, aber nicht immer bringt das eine Verbesserung. Jeder Trainer hat seine eigenen Methoden, erfolglose Mannschaften wieder aufzubauen.

1. Der Weg zum Trainer

Wer in Deutschland Bundesliga-Trainer werden will, muss einige Stationen durchlaufen. Die Lehrgänge und Ausbildungen des DFB sind nach Stufen unterteilt:

Quelle: DFB

Jährlich bildet der DFB 24 Trainer für die Fußballlehrer-Lizenz aus. Weitere Kriterien für die Aufnahme in das Bildungsprogramm sind die Berufserfahrung von mindestens einem Jahr in bestimmten Bereichen wie A-, B-Juniorenmannschaften der Bundesliga, Frauenmannschaften oder eine Tätigkeit als Co-Trainer einer Bundesligamannschaft.

Inhalte der Ausbildung sind die Fußballlehre, Sportpsychologie, Trainingswissenschaften und Spezialgebiete über zehn Monate mit bis zu 40 Stunden in der Woche. Die Kosten von rund 9000 Euro übernehmen die angehenden Profi-Trainer selbst.

Abbildung 2: Felix Magaths Trainingsstil kam nicht überall gut an.

Insgesamt gibt es aktuell über 800 Trainer mit Fußballlehrer-Lizenz in Deutschland. Der Konkurrenzdruck ist sehr hoch und bei Betrachtung der Trainer der Bundesliga in den letzten Jahren, ist zu bemerken, dass dort nicht nur deutsche Größen, sondern auch viele internationale Persönlichkeiten zu finden sind. Ein guter Trainer besitzt nicht nur viel Erfahrung und eine gute Ausbildung, er muss auch zu dem Team und der Mannschaft passen.

2. Wenn aus Spielern Trainer werden: Franz Beckenbauer

Eine der Personen, die den deutschen Fußball maßgeblich immer noch prägt, ist Franz Beckenbauer. Als Spieler bei Bayern München, Cosmos New York und dem Hamburger SV wurde er fünfmal Deutscher Meister, viele Mal DFB-Pokalsieger, dreimal US-Meister und einmal Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft.

Abbildung 3: Mit der Nationalmannschaft holte Beckenbauer 1974 den Weltmeistertitel.

Nach dem Ende seiner Profifußball-Karriere übernahm er 1984 die Leitung der Nationalmannschaft. Seine größten Erfolge dabei sind der Weltmeistertitel 1990, Vizeweltmeister 1986 und das Erreichen des EM-Halbfinales 1988.

Für Bayern München absolvierte Beckenbauer 427 Spiele und blieb stets mit dem Verein verbunden. Nachdem sowohl Erick Ribbeck, als auch Otto Rehhagel als Trainer gehen mussten, übernahm Beckenbauer nach seiner Zeit als Interimscoach den Trainerposten ab 1992. Zuvor gewann er mit Olympique Marseille 1991 die französische Meisterschaft. 1994 holten die Bayern den Meistertitel und 1996 den UEFA-Pokal. Nach dem Ende seiner Trainerkarriere übernahm Beckenbauer von 1994 bis 2009 die Präsidentschaft des Vereins.

Seine Ausbildung begründete sich in seiner langen Erfahrung als Ausnahmespieler und so absolvierte er niemals die Trainer-Ausbildung. Das brachte ihm anfangs beim DFB einige Schwierigkeiten.

Seine fehlenden pädagogischen Talente und die perfektionistischen Ansprüche an die Spieler, machten es den Mannschaften nicht leicht, sich an Beckenbauers Stil zu gewöhnen. Doch Beckenbauer brachte Disziplin und Integrationsbereitschaft in die Nationalmannschaft und stärkte den Siegeswillen der Münchner. Viele sagen Beckenbauer nach, dass er die wichtigen Personalentscheidungen oft zur richtigen Zeit eingesetzt hatte und so die Erfolge reihenweise mitnehmen konnte.

Erfolge als Trainer:

  • Fußballweltmeister 1990
  • Vizeweltmeister 1986
  • Französischer Meister 1991 (Olympique Marseille)
  • Deutscher Meister 1994 (Bayern München)
  • UEFA-Pokal-Sieger 1996 (Bayern München)

3. Hartnäckigkeit und Erfolge: Joachim Löw

Joachim „Jogi“ Löw spielte als Profifußballer für den SC Freiburg, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC. In der Nationalmannschaft hatte Löw nie einen Einsatz, auf seinem Konto stehen nur vier Spiele in der U-21- und ein Spiel in der U-18-Mannschaft. Nach dem Ende seiner Profikarriere 1995, übernahm er die Vizetrainerschaft des VfB Stuttgart und schließlich die Leitung. Sein größter Erfolg mit Stuttgart war der Sieg des DFB-Pokals 1996/1997. Weitere erfolgreiche Stationen in ganz Europa waren Fenerbahce Istanbul, Austria Wien und Wacker Innsbruck, mit denen Löw 2002 die Meisterschaft holte.

Abbildung 4: Löw setzt auf die Assistenz von Hans-Dieter Flick.

Erst 2000 schloss er eine Trainer-Ausbildung ab, mit einer Sondergenehmigung des DFB, da der Kurs im Prinzip nur für verdiente Nationalspieler sein sollte. Joachim Löw beendete die Ausbildung zusammen mit Jürgen Klinsmann. Sein Ausbilder bescheinigte ihm ausgezeichnetes taktisches Verständnis und eine glückliche Hand für die richtigen Spieler.

Die ersten Jahre von 2004 bis 2006 in der Nationalmannschaft gestaltete Löw zunächst als Co-Trainer neben Jürgen Klinsmann. Nach Klinsmanns Weggang entschied sich der DFB für Klinsmanns Wunschkandidaten Löw, der ihn in der Trainer-Ausbildung sehr beeindruckt hatte. Ausgeklügelte Taktik und eine der Mannschaft und den Gegnern angepasste Aufstellung sind Löws Spezialgebiet, was sich in den ersten Jahren allerdings noch nicht erfolgreich durchsetzen konnte. Doch die deutsche Nationalmannschaft spielte in den zehn Jahren unter Joachim Löw immer eine zentrale Rolle unter den Top-Mannschaften weltweit. Der deutsche Ergebnisfußball zeigte erste Erfolge und vor allem die klare Linie für die Leistung der Spieler und ihre Positionen halfen Löw, die Mannschaft in Topform zu bringen.

Der Trainer kann heute auf eine zusammengewachsene Mannschaft zurückgreifen, die seine Anweisungen nachvollziehen und umsetzen kann. Löw revolutionierte die Mannschaft langsam, aber beständig. So setzte er die Vierer-Abwehrkette konsequent um, ließ jedoch in der Aufstellung auch Ausnahmen zu, wenn es das Spiel erforderte, wie der Einsatz eines einzigen Stürmers mit Miroslav Klose, 2014 zeigen.

Erfolge bisher:

  • 3. Platz EM 2012
  • 3. Platz WM 2010
  • 2. Platz EM 2008
  • DFB-Pokalsieger 1997 VfB Stuttgart
  • Österreichischer Meister 2002 FC Tiro Innsbruck
  • Türkischer Supercupsieger 1999 Fenerbahce Istanbul

Weitere Stationen von Joachim Löw auf dieser Seite .

4. Generationsübergreifend: Sir Alex Ferguson

Einige betiteln den ehemaligen Trainer von Manchester United als den erfolgreichsten Coach aller Zeiten. 27 Jahre leitete er die Geschicke der Mannschaft, holte mit ihr 38 internationale und nationale Titel. Kein anderer Trainer war je so lange bei einem Verein angestellt. Insgesamt kann Ferguson 48 Titel verbuchen, darunter auch die Schottische Meisterschaft mit dem FC Aberdeen, welche er zwölf Jahre vor Manchester trainierte.

Sein Erfolg liegt in den klaren Plänen, die er sich von Anfang an zurecht gelegt hatte. Er legte viel Wert auf die Einheit der Mannschaft und auf die Förderung des Nachwuchses.

Abbildung 5: 2012 erhielt Ferguson eine Bronzestatue als Denkmal vor der Haupttribüne.

Als Ferguson 1986 die Leitung von Manchester United übernahm, war der Verein ziemlich weit unten in der englischen britischen Liga angelangt. Die ersten Jahre waren geprägt von Fergusons Veränderungen, der das Trainings-System komplett umgestaltete und absolute Disziplin und Willensstärke von seinen Spielern verlangte. Mit seiner bewussten Nachwuchsarbeit konnte er junge Talente wie David Beckham, Ryan Giggs, Gary und Phil Neville oder Wayne Rooney in die Mannschaft integrieren und dem Team einen besonderen Mannschaftsgeist mitgeben. Alleingänge und Starallüren duldete Ferguson nicht allzu lange und so verließen beispielsweise David Beckham oder Cristiano Ronaldo den Verein und gingen zu Real Madrid.

Legendär sind seine Erfolge, sowie der Sprung des Vereins in die Zeit der Superstars und die Vermarktung von Fernsehgeldern, Sponsoren und teuren Spielertransfers. Ferguson verlangte absoluten Gehorsam und Loyalität, was er die Spieler in seinen legendären Wutanfällen spüren ließ. Doch er hat es geschafft, über Jahrzehnte seine eigene Linie zu verfolgen und alle Kritik abprallen zu lassen. Sein Nachfolger ist bereits nach zehn Monaten gefeuert worden.

Erfolge (Auszüge):

  • 3x schottischer Meister
  • 13x englischer Meister
  • 4x schottischer Pokalsieger
  • 5x englischer Pokalsieger
  • 2x Champions League Sieger
  • Weltpokalsieger 1999
  • FIFA-Klub-Weltmeister 2008

5. Fazit

Das Geheimnis vieler erfolgreicher Trainer liegt wohl zum einen in ihrer Hartnäckigkeit und der Willensstärke, eigene Ideen konsequent umzusetzen und gleichzeitig in der Flexibilität des Kaders. Innerhalb der letzten Jahrzehnte sind nur wenige Mannschaften langjährige Verbindungen mit ihren Trainern eingegangen, wie Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund (sechs Jahre, seit 2008), Thomas Schaaf bei Werder Bremen (14 Jahre, 1999-2013) oder Thomas Tuchel vom FSV Mainz (fünf Jahre, seit 2009).

In den letzten zehn Jahren haben mindestens neun Trainer pro Saison den Verein gewechselt.

Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36473/umfrage/trainerwechsel-in-der-fussball-bundesliga-seit-der-saison-63-64/

Der Trainer prägt die Mannschaft in ihrem Spiel, in der Teambildung und Zusammensetzung und ist Aushängeschild des Vereins. In den meisten Fällen braucht der Trainer ein gutes Fundament aus Spielern, auf die er sich verlassen kann und ein Management, das seine Wünsche an Personal und Trainingsmethoden unterstützt. Viele Club-Manager sind eine längere Zeit dabei, als die meisten Trainer und deshalb wichtige Ansprechpartner für Neubesetzungen. Ihr Zusammenspiel kann für eine erfolgreiche Saison entscheidend sein.

Nach einer aktuellen Studie, welche über 150 Trainerentlassungen der letzten 50 Jahre der Bundesliga untersuchte, ist ein Wechsel des Trainers kein Garant für eine erfolgreichere Saison. Rein statistisch gesehen, lohnt sich ein Trainerwechsel nicht, es gibt keine Garantie für Erfolg. Auf der anderen Seite bestimmt das Management den Trainerwechsel oft aus Prestigegründen und um Veränderungen innerhalb der Mannschaft zu erzwingen. Auf das Geheimrezept muss wahrscheinlich jeder Trainer selbst kommen.

Die Studie ist auf folgender Seite zu finden.

Bildquellen:

Abbildung 1: Wikimedia.commons.org © Biso (CC BY 3.0)
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © Memorino (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © Verhoeff, Bert / Anefo (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 4: Wikimedia.commons.org © Thomas Holbach (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 5: Wikimedia.commons.org © Marcello Casal Jr/Agência Brasil (CC BY 3.0)
Abbildung 6: Wikimedia.commons.org © Seanpaune (CC BY-SA 3.0)

 
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