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Deutschlands Weg zum Weltmeistertitel

Beitrag vom 30.07.2014 17:12 Uhr

Deutschlands Weg zum Weltmeistertitel

Deutschland hat es geschafft, nach 24 langen Jahren steht die deutsche Nationalmannschaft ganz oben auf dem Sieger-Treppchen. Viele Sportexperten kritisierten Löws Kader-Auswahl 2014 wegen des einzigen „richtigen“ Stürmers Miroslav Klose und des Spiels mit der falschen Neun. Das Verletzungs-Aus für Marco Reus war ein Schock für das Team und viele Spieler, wie Sami Khedira oder Mesut Özil, die eine lange Verletzungspause hinter sich hatten, galten als Risiko. Trotzdem hielt Löw an seiner bisherigen Strategie fest und versuchte den modernen Offensivstil der Mannschaft seit Beginn seiner Bundestrainerkarriere weiter auszubauen, ohne die oft kritisierte Schwäche der Defensive aus den Augen zu verlieren.

Abbildung 1: Deutschland ist Fußball-Weltmeister 2014.

Mit dem 1:0 gegen Argentinien wiederholt sich 2014 das Finale von 1990, in welchem Deutschland die Südamerikaner ebenfalls mit diesem knappen Ergebnis besiegte.

1. Qualifikation

In der Qualifikation setzte sich Deutschland als Gruppenerster gegen Schweden, Irland, Österreich, Färöer Inseln und Kasachstan durch.

Quelle: dfb.de

Für die Weltmeisterschaft in Brasilien qualifizierten sich die neun Gruppenersten direkt für die Vorrunde, acht Gruppenzweite mussten in die Play-Offs. Nicht nur deshalb war es der deutschen Mannschaft wichtig, Stärke zu zeigen und den Gruppensieg zu erringen. Dies gelang den Deutschen mit neun Siegen und nur einem Unentschieden beinahe reibungslos.

Abbildung 2: Verteidiger Benedikt Höwedes spielt seit 2011 in der A-Nationalmannschaft.

In der WM-Qualifikation Deutschlands blieb vielen Fans das 4:4 gegen Schweden in Erinnerung, die ein 4:0 Rückstand in ein Unentschieden umwandeln konnten. Den Leistungseinbruch nach dem ersten Gegentor sahen viele Kritiker als Hinweis auf die Schwäche der Defensive, die bis zum vermeintlichen gegnerischen Ehrentreffer eine gute Leistung lieferte. Doch die deutschen Spieler konnten sich von dem Schock wieder erholen und zeigten in den folgenden Spielen, dass sie eine zusammengewachsene und spielerisch überzeugende Mannschaft blieben, trotz einigen Unsicherheiten.

2. Gruppenphase

Deutschland schied zuletzt 1978 in der Zwischenrunde aus (1978 war die WM ohne K.O.-Modus angesetzt). Nach dem letzten Sieg 1990, war 1994 und 1998 im Viertelfinale bereits Schluss, 2002 unterlag die Mannschaft Brasilien im Finale, 2006 und 2010 erreichten die Deutschen den dritten Platz. Die Chancen standen also mehr als gut, dass Deutschland sich gegen die Gruppenmannschaften deutlich durchsetzen konnte.

Mit Portugal gab es einen vermeintlich starken Gegner, die USA und Ghana galten als schwächere, aber nicht zu unterschätzende Teams.

Gruppe G:

Quelle: http://de.fifa.com/worldcup/groups/group=255945/index.html

Ganz so glatt wie in der Qualifikation lief es für die Deutschen nicht ab. Die erste positive Überraschung war der 4:0-Durchmarsch gegen Portugal, dank Müllers Hattrick und einer laufstarken, dynamisch offensiven Mannschaft. Ein Gruppensieg schien die Konsequenz zu sein, doch gegen Ghana tat sich Löws Gruppe schwerer, als gedacht. Die afrikanische Mannschaft spielte laufstark und mit guten Chancen, konnte sich schnell auf die deutsche Taktik einstellen. Die deutschen Spieler konnten jedoch Routine und Ruhe zurück ins Spiel bringen und den zwischenzeitlichen Rückstand in das Remis umwandeln.

Abbildung 3: Ghanas Topstürmer André Ayew spielt bei Olympique Marseille.

Insgesamt waren Argentinien und die Niederlande in ihren jeweiligen Gruppen durchsetzungsstärker, als Deutschland. Doch die Mannschaft konnte sich kontinuierlich steigern; eine Fähigkeit, die den Spielern besonders in der K.O.-Phase zu Gute kommen sollte.

3. Achtelfinale & Viertelfinale

Das Erreichen des Achtelfinales galt als Pflichtleistung für die deutsche Mannschaft. Das schnelle Umschalten in der Offensive zählt zu den großen Eigenschaften der deutschen Spieler. Gegen Algerien musste die Mannschaft im Achtelfinale jedoch einiges an Kraft aufwenden, um eine Blamage zu verhindern.

Die konterstarken und körperlich leistungsfähigen Algerier rannten den Deutschen zunächst davon. Manuel Neuer übernahm eine Liberorolle und rettete vor dem Strafraum, da die Abwehr ohne den angeschlagenen Mats Hummels oft zu spät reagierte. Das starke deutsche Pressing vermieden die Algerier mit ihren langen Bällen.

Abbildung 4: André Schürrle kam als Joker oft zum richtigen Zeitpunkt ins Spiel.

Das 0:0 zur Verlängerung zerrte an den Nerven beider Mannschaften. Doch mit André Schürrle, den Löw bereits in der zweiten Halbzeit einwechselte, folgte endlich der erlösende Treffer für die Deutschen. Özil zog in der 120. Minute nach. Der Anschlusstreffer schockte nur für einen kurzen Moment, dann war das Spiel zugunsten der Deutschen entschieden. In der Bilanz konnte sich Löws Truppe deutlich von den Wüstenfüchsen absetzen, denen es am Ende an Ideen und Kraft fehlte.

Quelle: http://de.fifa.com/worldcup/matches/round=255951/match=300186460/statistics.html

Im Viertelfinale wartete mit Frankreich ein Gegner, gegen den die Bilanz relativ ausgeglichen, doch in leichtem Vorteil für die Franzosen ausfiel. Frankreich hatte sowohl in der WM-Qualifikation, als auch in der Vorrunde konsequente Leistung gezeigt und nicht zuletzt deshalb eine Favoritenrolle eingenommen. Die große Konterstärke der Franzosen deckte sich jedoch oft nicht mit der Defensive und es fehlte der Mannschaft an einem konsequenten Zusammenspiel.

Beim Spiel Deutschland gegen Frankreich trafen also zwei starke Offensiven auf mögliche Unsicherheiten in der Defensive. Der Kopfballtreffer von Mats Hummels in der frühen Phase des Spiels, warf Frankreich zunächst zurück, während Deutschland mit Neuer einen absolut sicheren Rückhalt gegen die Konter der Franzosen besaß.

Die deutsche Defensive mit Boateng und Hummels stand äußerst konzentriert und so blieb das Ergebnis auch nach 90 Minuten bei einem Sieg der deutschen Mannschaft über eine ambitionierte und starke französische Mannschaft, der es am Ende an Glück und konsequenten Abschlüssen fehlte.

4. Halbfinale

Zum vierten Mal in Folge zog die deutsche Mannschaft in ein Halbfinale der Weltmeisterschaft ein. Dieser Erfolg spornte die Deutschen an, schließlich war mit Brasilien der absolute Favorit der WM als Gegner angetreten. Brasilien hatte jedoch mit Verletzungsausfällen und gesperrten Spielern, unter anderem Kapitän Thiago Silva, einige Aufstellungsprobleme. Darüber hinaus konnte sich die Mannschaft trotz lautstarkem Rückhalt im eigenen Land nicht immer überzeugend durchsetzen.

Gegen Chile rettete sich die Selecao erst im Elfmeterschießen ins Halbfinale und das mit einem sehr knappen Ergebnis von 3:2. Die angekündigte Dominanz und Spielfreude war auf dem Spielfeld kaum zu sehen.

Abbildung 5: Frederico Chaves Guedes "Fred" erklärte nach der WM 2014 seinen Rücktritt.

Deutschland ging mit genügend Respekt in das Spiel, denn der Rekordweltmeister Brasilien besiegte die Mannschaft 2002 in einem packenden Finale. Seitdem hat sich die brasilianische Mannschaft aber kaum an die Spitze des Weltfußballs spielen können, flog jeweils im Viertelfinale aus dem Turnier.

Während in der deutschen Defensive Routine und Ordnung vorherrschten, war Brasiliens Hintermannschaft nach dem ersten Treffer in der elften Minute völlig aus dem Konzept geraten. Innerhalb von 18 Minuten erhöhte Deutschland auf ein uneinholbares 5:0 in der ersten Halbzeit. Das Chaos in der Defensive war nicht aufzulösen und die Mannschaft spielte kaum mit, ließ die deutschen Spieler fast schon gewähren.

In der zweiten Halbzeit setzte Schürrle mit zwei Treffern nach, doch die Brasilianer hatten das Spiel längst aufgegeben, obwohl sie anfangs noch einige Achtungsangriffe vornahmen. Der Anschlusstreffer von Oscar in der 90. Minute war ein letzter Versuch und nutzte die Lücke der Konzentration der bereits feiernden Deutschen.

Es war ein historisches Spiel, das die Stärken der Nationalmannschaft aufzeigte: Offensives Spiel, Passkontrolle, Spielüberblick und einen herausragenden Torhüter Manuel Neuer, der in entscheidenden Momenten die Nerven behielt.

5. Finale

Argentinien und Deutschland trafen nach 1986 und 1990 erneut in einem Finale einer Weltmeisterschaft aufeinander. 1986 siegte Argentinien mit 3:2, 1990 Deutschland mit 1:0. 2006 und 2010 warf die deutsche Mannschaft die argentinische bereits im Viertelfinale aus dem Turnier, mit 5:3 nach Elfmeterschießen und einem 4:0.

http://fussballdaten.de/vereine/deutschland/argentinien/

In der letzten Begegnung siegte Argentinien mit 3:1 in einem Freundschaftsspiel. Der WM-Verlauf der Argentinier war nicht ohne Unsicherheiten und zeigte, wie wichtig Dreh- und Angelpunkt Lionel Messi für die Mannschaft ist. Ohne den Real Madrid Spieler läuft in Argentinien kaum etwas.

Grund genug für Bundestrainer Joachim Löw Messi besondere Aufmerksamkeit zu geben und die gefährlichen Konter der defensiven Argentinier nicht zustande kommen zu lassen.

Diese standen tief in der Verteidigung und machten es vielen Mannschaften schwer, überhaupt Torchancen nutzen zu können. Durch Messis brillante Taktik gelang es den Argentiniern in der Vergangenheit oft durch wenige Torchancen den Sieg zu holen.

Deutschlands Spieler richteten sich auf einen harten Kampf ein, der 90 Minuten lang ohne klaren Vorteil einer Mannschaft aufwartete. Argentinien vergab einige große Chancen, doch auch die deutsche Mannschaft konnte immer wieder Lücken nutzen und besonders in Standards glänzen.

Am Ende war die deutsche Chancenverwertung größer, vor allem dank André Schürrles starker Laufleistung und der perfekten Flanke an Mario Götze in der 113. Minute, die dieser konsequent verwandelte, ohne Chance für Keeper Sergio Romero. Aber auch Sebastian Schweinsteiger machte ein hervorragendes Spiel, kämpfte um jeden Ball, um jeden Pass, während Manuel Neuer sich mit dem Titel des besten Torhüters der WM zu recht schmücken durfte.

Abbildung 6: Argentinien schloss nicht konsequent ab.

In der Bilanz zeigte sich die deutsche Mannschaft stark, mit mehr Schüssen auf das Tor, höherer Passsicherheit und gefährlicheren Angriffen. Argentinien konnte die Chancen nicht nutzen, die sich besonders in der ersten Halbzeit auftaten. In der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung spielten

die Deutschen konzentrierter und mit einem ausgeglichenen Zusammenspiel.

Quelle: FIFA

6. Fazit

Deutschland wurde vor allem ab dem Viertelfinale der Favoritenrolle gerecht. Die Leistungssteigerung in jedem Spiel und Joachims Löw geschicktes Händchen für die richtigen Einwechselspieler zum richtigen Moment, verhalfen einer oft gut stehenden und harmonisierenden Mannschaft zum verdienten Sieg.

Zum ersten Mal überhaupt holt somit eine europäische Mannschaft den Pokal auf dem südamerikanischen Kontinent, stellt die meisten Tore bei der WM und den Welt-Torhüter Manuel Neuer. Es bleibt ein verdienter Sieg.

Bildquellen:

Abbildung 1: Wikimedia.commons.org © Agência Brasil (CC BY 3.0 BR)
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © DerHans04 (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © Clément Bucco-Lechat (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 4: Wikimedia.commons.org © Warrenfish (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 5: Wikimedia.commons.org © Tânia Rêgo/ABr (CC BY 3.0 BR)
Abbildung 6: Wikimedia.commons.org © Agência Brasil (CC BY 3.0 BR)

 
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