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Die Geschichte des Fußballs

Beitrag vom 24.09.2014 12:52 Uhr

Die Geschichte des Fußballs

Es vergeht kaum ein Jahr ohne ein Großereignis aus der Welt des Fußballs, sei es Welt- oder Europa-Meisterschaften, Pokale oder Champions League. Das Finale der letzten Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zwischen Deutschland und Argentinien verfolgten 34,65 Millionen Zuschauer in Deutschland, was einem Marktanteil von 86,3 Prozent entspricht.

Abbildung 1: Die deutsche Nationalmannschaft feierte ihren Sieg 2014 mit Millionen von Menschen vor den Bildschirmen.

Im Durchschnitt waren es 12,59 Millionen Zuschauer pro Spiel. Zusätzlich dazu nutzten viele die Livestreams des Internets und die FIFA WM App. Die Zuschauerzahlen des Finales liegen weltweit geschätzt bei über 400 Millionen Personen, zusätzlich zu den Fans auf Fanmeilen und in Sportbars, die dem Ausgang des Spiels dort entgegenfieberten.

Quelle: de.fifa.com

Fußball fasziniert Millionen Menschen und obwohl die Weltmeisterschaft schon einige Monate in der Vergangenheit liegt, fiebern die Fans bereits jetzt auf das nächste Großereignis hin, die Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Die Ursprünge des Ballsports sind nicht zu 100 Prozent zu belegen und vor allem im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich der Mannschaftssport zu einem wahren Publikumsmagneten.

Ursprung und erste Hinweise

Einige Historiker gehen davon aus, dass der Ursprung des Spiels bis 5000 Jahre in die Vergangenheit zurückreicht. Doch ausreichende Belege dafür sind schwer zu finden. Allerdings bestätigte FIFA-Präsident Sepp Blatter eine Theorie, nach welcher das Spiel unter dem Namen „Cuju“ in der Provinz Shandong in China entstanden sein soll. Ungefähr 1800 bis 3000 Jahre vor der heutigen Zeit soll das Spiel innerhalb der Ausbildung der Soldaten seinen Anfang genommen haben. Schnelligkeit, Fitness, Teamspirit und Gehorsamkeit sollten mit dem Training gefördert werden. Beweise für das Spiel lassen sich auf alten Reliefs, Seidenmalereien, Porzellanutensilien oder Illustrationen finden. Das Tor bestand zunächst aus unterschiedlichen Materialien und Größen, mit Netzen zwischen Bambusstangen oder als niedriger Halbmond am Boden. Der Ball beinhaltete Federn und wechselte schnell zu der heutigen geläufigen Form mit Luft und Ledermantelung. Mit der Hand war allerdings der Ball nie zu spielen, sondern nur mit den Füßen, Brustkorb oder Rücken. Es gab bereits zu frühen Zeiten Frauenmannschaften und in einigen Teilen der Welt spielten unverheiratete Frauen gegen verheiratete Frauen oder waren in eigenen Clubs aktiv. Nachdem das Spiel auch am Kaiserlichen Hof Gefallen fand, reiste es über Ägypten, Italien und Frankreich schließlich nach England.

Abbildung 2: Der Kaiser Taizu spielt um ca. 1300 n.Chr. Cuju.

Andere Wissenschaftler berichten von Ballsportarten im alten Ägypten und Griechenland, zur körperlichen Ertüchtigung und Training der Disziplin. In Süd- und Mittelamerika waren Ballspiele ebenfalls vor rund 800 bis 1000 Jahren verbreitet, in welchen zwei Mannschaften einen Kautschukball durch einen Steinring in drei Metern Höhe befördern mussten.

Im Mittelalter durchzog der Ballsport ganz Europa und war vor allem als wilder Straßensport sehr beliebt. Es gab dabei jedoch kaum angepasste Regeln oder Schiedsrichter und in England verbot der Londoner Bürgermeister im Jahr 1314 das Spiel auf den Straßen, ebenso König Richard II. im Jahr 1388. Bis es zum Fußball der heutigen Zeit kam, dauert die Entwicklung noch bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Die ersten Regeln

Abbildung 3: Die Regeln von 1863 sind im Fußballmuseum in Manchester ausgestellt.

Das Fußballspiel bis zum 19. Jahrhundert war vielmehr eine Prügel- und Rauforgie, als ein geordnetes Spiel mit Regeln und Strafmaßnahmen. In Großbritannien kamen zum Beispiel am Faschingsdienstag ganze Dörfer zum Shrovetide Football zusammen. Dabei kam ein Ball in die Menschenmenge und zwei Mannschaften mit unbegrenzter Teilnehmerzahl mussten mit dem Ball ein Tor oder eine Steinpyramide treffen, meist mit einer Spieldauer von acht Stunden und einem kilometerlangen Spielfeld. In allen Standesklassen gab es Spiele dieser Art, die je nach Ort mit weniger oder mehr Spielern auskamen. Ab 1830 bemühten sich die Eliteschulen den Raufereien ein Ende zu setzen und nutzten das Spiel als Förderung für Fairness, Teamgeist und Disziplin. 1848 führte die Universität Cambridge die ersten Regeln ein, die für viele Schulen und Universitäten als Grundlage für eigene Richtlinien galt. 1863 gründete sich der englische Fußballverband FA Football Association, um die Regeln endgültig und für alle Vereine festlegen zu können. Aus den weiteren Regeln ergab sich eine Trennung des weit beliebten Ballsports Rugby, in welchem der längliche Ball auch mit den Händen zu spielen ist.

Die Football Association 1863

1863 gab die FA vierzehn Grundregeln heraus, die im Laufe der Jahrhunderte immer weiter anzupassen waren, doch sie bildeten die Basis für die heutigen Spiele. Unter anderem gab es folgende Regeln:

  • Das Spielfeld besteht aus 200 Yards Länge und 100 Yards Breite und das Tor ist durch zwei senkrechte Pfosten mit acht Yards gekennzeichnet.
  • Ein Tor fällt, wenn der Ball zwischen den Stangen oder auch über den Stangen ohne Handeinsatz befördert wird.
  • Nach jedem Tor wechseln die Mannschaften die Seiten und die Mannschaft mit Gegentor darf anstoßen.
  • Schienbeintreten und Beinstellen sind nicht erlaubt, sowie das Halten oder Stoßen der Gegner.
  • Heraustretende Nägel oder Stahlplatten gehören nicht an den Schuh.
  • Die Spieler dürfen den Ball nicht mit der Hand werfen, passen oder vom Boden aufheben, jedoch mit der Hand stoppen.

 

Weitere Regeln beinhalteten erste Freistoß- und Abseitsregeln, die jedoch mit den heutigen Regeln wenig gemein haben. So befand sich ein Spieler im Abseits, wenn er sich während eines Abspiels vor dem Ball befand, egal wie viele Gegner vor ihm waren. Einen Freistoß erhielt die Mannschaft, welche den Ball nach Tor-Aus zuerst berührte oder den Ball in der Luft fängt und markiert. Nachdem der Einsatz der Hände 1870 als nicht mehr regelkonform galt, trennten sich die Rugbyspieler von der Football Association.

Fußball in Deutschland

Die Turnvereine standen dem neuen, alten „Trendsport“ aus Großbritannien sehr skeptisch gegenüber, da Turnen zu der Zeit als Nationalsport galt. Doch bereits 1875 erfolgte eine deutsche Übersetzung der Fußballregeln und besonders Schulen nutzten das Spiel zur Steigerung der Fitness und des Teamgeistes. Der Braunschweiger Lehrer Konrad Koch gilt als Vater der Fußballregeln in Deutschland, der sich auch für die Verbesserung der Bedingungen einsetzte und das Handspiel verbot.

Die Änderung der Regeln in Deutschland beinhalteten in den laufenden Jahrzehnten den Verbot von Bäumen auf dem Spielfeld oder die Entwicklung des Strafraumes als ein Viereck, inklusive des Elfmeterpunktes.

Fußball im Zeichen des Wandels

Die Industrialisierung beförderte Wohlstand, Aufschwung und verhalf einigen Arbeitern zu mehr freier Zeit und finanziellen Mitteln, so dass ein Fußballspiel am erkämpften Sonnabendnachmittag zu einer begehrten Freizeitaktivität wurde. Politik und Unternehmen förderten die Gründung von Vereinen, damit sich die sportlichen Aktivitäten in „kontrollierten“ Umfeldern bewegten. Da besonders in Großbritannien einige Veranstaltungsorte Eintritt verlangten, gab es die ersten Profispieler, die ohne feste andere Anstellung in bestimmten Vereinen ihre Leistungen auf dem Platz absolvierten. Ein vorübergehendes Verbot setzte sich aufgrund des Drucks mehrerer Vereine nicht durch und so folgten 1888 die Gründung der Football League und der Start des Berufsfußballs.

Die Briten trugen den Sport nach Österreich, Russland und in die Kolonien Südamerikas, vornehmlich durch Kaufleute und Techniker, während die Kolonialherren dem Spiel zunächst noch sehr skeptisch gegenüberstanden. Frankreichs Kolonien hatten dabei einen größeren Einfluss auf die Verbreitung der Sportart, als britische. In Indien konnte sich der Sport nie groß durchsetzen, denn dort sind Cricket und Landhockey auch heute noch Nationalsportarten.

Durch den ersten Weltkrieg nutzten viele Länder die militärische Kraft, um auf Exerzierplätzen Spiele als einen Teil der Ausbildung abzuhalten. Dies führte auch in Deutschland zu einem Anstieg der Popularität.

Die Gründung der FIFA (Fédération Internationale de Football Association)

Bereits vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs schlossen sich am 21. Mai 1904 zunächst nur sieben Länder zu der Organisation zusammen, um die Fußballregeln weltweit zu bündeln und um Länderspiele und internationale Wettkämpfe austragen zu können.

  • Frankreich: Union des Sociétés Francaises de Sports Athlétiques USFSA
  • Belgien: Union Belge des Sociétés de Sports UBSSA
  • Dänemark: Danks Boldspil Union DBU
  • Niederlande: Nederlandsche Voetbal Bond NVB
  • Spanien: Madrid Football Club
  • Schweden: Svenska Bollspells Förbundet SBF
  • Schweiz: Association Suisse de Football ASF

 

Großbritannien als „Mutter“ des Fußballs trat erst 1905 bei, Deutschland kam bereits am Gründungstag hinzu. Weitere Länder folgten und in den ersten internationalen Turnieren gewann England sowohl 1908 als auch 1912. Außereuropäische Länder kamen erst ab 1909 in den FIFA-Bund hinzu, unter ihnen Südafrika, Argentinien, Chile und 1913 die USA. Der erste Weltkrieg verursachte jedoch viele Probleme und Differenzen innerhalb der FIFA und England trat direkt nach dem ersten Weltkrieg aus und erst nach dem zweiten Weltkrieg 1946 wieder ein.

Die Geschichte der Weltmeisterschaften

Die erste offizielle FIFA-Weltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay statt. Doch das Aushängeschild der FIFA ist ersten Skandalen unterworfen, denn außer Frankreich, Belgien, Rumänien und Jugoslawien nehmen nur neun weitere Mannschaften, unter ihnen die USA und Brasilien daran teil. Kritikpunkt sind finanzielle Hindernisse, klimatisch schwierige Bedingungen und Forderungen der Verbände nach Antrittsgeld und Übernahme der Kosten. Die europäischen Mannschaften brauchen zwei Wochen, um nach Uruguay zu gelangen, welches im Finale gegen Argentinien 4 : 2 gewinnt.

Der zweite Weltkrieg sorgt dafür, dass zwölf Jahre lang keine Turniere stattfinden.

Abbildung 4: Die Nationalmannschaft der BRD siegte 1974 gegen die Niederlande.

Mittlerweile ist aus dem internationalen Ländervergleich ein gigantischer Markt geworden, mit Regelwerken, die nicht nur die Spiele betreffen, sondern Stadien, Merchandise und Zuschauer rund um den Globus. In den 90ern und den 2000ern kommt es zu folgenden Regeländerungen:

  • das passive Abseits
  • die gelbrote Karte
  • die Rückpassregel
  • das Einwechseln von maximal drei Spielern
  • das Golden Goal (abgeschafft 2003)

 

Seit der letzten WM sind die berühmte Torlinientechnik und das Freistoßspray im Einsatz. Über die vielen Jahre hat sich auch einige Kritik an der FIFA laut gemacht, so geht es um Korruption, Ungleichheit und Ungerechtigkeit, sowie Vetternwirtschaft und intransparente Geldgeschäfte. Fußball hat Macht und nicht nur emotionalen Einfluss auf die vielen tausenden von Fans, sondern ist auch als Werbefläche für Politiker und einflussreiche Persönlichkeiten immer wieder gern genutzt.

Deshalb wird der Ballsport auch in den kommenden Jahrzehnten bedeutende Aktionen für Freizeit, Unterhaltung, Medien, Arbeitsplätze und Skandale beinhalten.

Bildquellen:

Abbildung 1: Wikimedia.commons.org © Danilo Borges/Portal da Copa copa2014.gov.br (CC BY 3.0)
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © Qián Xuǎn (CC0 1.0)
Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © Adrian Roebuck (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 4: Wikimedia.commons.org © Bundesarchiv, Bild 183-N0716-0314 / Mittelstädt, Rainer / (CC-BY-SA 3.0 DE)

 
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