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Die Gründung eines Vereins und die Vereinsarbeit - essentielles Know-how

Beitrag vom 26.02.2015 10:04 Uhr

In Deutschland sind Millionen Menschen in einem Sportverein organisiert. Hauptgrund für die Gründung eines Vereins ist unter anderem der Wunsch, Sport zu treiben, Sport zu fördern und sich zu organisieren. Vereine, die sich dem organisierten Sport anschließen möchten, müssen belegen, dass es sich bei dem im jeweiligen Verein ausgeübten Sport um eine Sportart im Sinne des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) handelt. Der DOSB hat in seiner Aufnahmeordnung festgelegt, dass Vereine als Sportvereine anerkannt werden, wenn diese bei einem Sportverband angemeldet sind. Des Weiteren müssen die Vereine die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Ausübung der jeweiligen Sportart muss eigene, sportartspezifische motorische Aktivitäten zum Ziel haben. Dies ist eine Abgrenzung gegenüber Bastel- und Modellbautätigkeiten, Denkspielen, Zucht von Tieren und andere Aktivitäten, die ebenfalls in einem Verein betrieben werden können.
  • Bei der Ausübung der spezifischen motorischen Aktivitäten muss es sich um einen Selbstzweck handeln. Dieser liegt nicht bei der Verrichtung von Arbeit oder bei der Durchführung von Alltagsaktivitäten sowie bei rein körperlichen (physiologischen) Veränderungen des Menschen vor.
  • Die Sportart muss sich im Rahmen von Wettkämpfen an Regeln und ethischen Werte wie z.B. Fair Play und Respekt orientieren und deren Einhaltung gewährleisten. Dies ist etwa bei einer ausschließlichen Abzielung auf materiellen Gewinn (wirtschaftlicher Verein) nicht gegeben.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist der nächste Schritt die Gründung des Vereins. Vor und während der Gründung eines Vereins müssen indes noch eine Reihe von konkreten Maßnahmen umgesetzt werden, für die Zeit und strukturierte Planung benötigt werden.

Gesetzeskommentare

Bei der Gründung eines (Sport)Vereins gibt es einige gesetzliche Regelungen zu beachten.

1. Welche gesetzlichen Regelungen gibt es zu beachten?

Für die Gründung eines Vereins werden laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sieben Gründungsmitglieder, ein Vereinsname, eine Satzung sowie ein Vorstand benötigt.

1.1. Die Satzung eines Vereins

Bei der Satzung handelt es sich sozusagen um das Grundgesetz eines Vereins. Sie umfasst die wichtigsten Vereinbarungen und Festlegungen, die das Vereinsleben regulieren. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass alle das Vereinsleben betreffenden wesentlichen Entscheidungen in die Satzung aufzunehmen sind und nicht in Vereinsordnungen abseits der Satzung geregelt werden. Vereinsordnungen dürfen die Satzung nur ergänzen, jedoch keine Regelungen enthalten, die der Satzung vorbehalten sind. Wird eine Satzung durch ein Amtsgericht bestätigt, ist diese rechtskräftig und der Verein erhält mit der Eintragung in das Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht seine Rechtsfähigkeit. Jede Satzung muss laut BGB folgende Festlegungen enthalten:

  • Vereinsname
  • Vereinssitz
  • Vereinszweck (wichtige Information für das Finanzamt)
  • Bestimmung, dass der Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichts, in dessen Bezirk er seinen Sitz hat, eingetragen wird
  • festgelegtes Verfahren zum Ein- und Austritt von Mitgliedern
  • Angaben über die Bildung des Vorstands gemäß § 26 BGB
  • Angaben über Voraussetzungen, unter denen eine Mitgliederversammlung einzuberufen ist
  • Angaben über die Form der Einberufung einer Mitgliederversammlung
  • Bestimmung, wer die Beschlüsse der Mitgliederversammlung unterzeichnen muss
  • Festlegung über die Auflösung des Vereins und der letzte Verwendungszweck des Vereinsvermögens (Forderung vom Finanzamt)

Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

1.2 Welche Rechtsformen gibt es?

Im Bürgerlichen Gesetzbuch wird eine grundlegende Unterscheidung zwischen rechtsfähigen Vereinen, die im Vereinsregister bei Gericht eingetragen sind, sowie nicht rechtsfähige Vereine, die über keinen Eintrag im Vereinsregister verfügen. Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die zwischen einem nicht wirtschaftlichen Verein und einem wirtschaftlichen Verein. Vereine, die nicht wirtschaftlich auftreten, sogenannte Idealvereine, besitzen bei der Aufstellung ihrer Satzung einen großen Gestaltungsraum. Hier greift Artikel 9 Absatz 1 im Grundgesetz (GG), demzufolge allen Staatsbürgern in Deutschland das Recht gewährt wird, einen Verein zu gründen.

Für rechtsfähige Vereine sind die Paragrafen 21-53 BGB (Allgemeine Vorschriften) sowie 55-79 (Eingetragene Vereine) maßgeblich. Diesen Gesetzen zufolge kann ein rechtsfähiger Verein im Gegensatz zu einem nicht rechtsfähigen Verein (§ 54 BGB) im eigenen Namen klagen und verklagt werden, eigenes Vermögen haben oder beispielsweise Eigentümer eines Grundstücks werden. Entsprechend der Rechtslage sind bei einem nicht rechtsfähigen Verein die Vereinsmitglieder selbst, nicht der Verein der Träger von Rechten und Pflichten. Dies bedeutet, dass nur alle Vereinsmitglieder zusammen über ein Klagerecht verfügen bzw. verklagt werden können.

Justiz, Hammer, Richter, Gesetz, Paragraph, Recht

Rechtsfähige Vereine müssen im Vereinsregister eingetragen sein.

1.3 Anerkennung als gemeinnütziger Verein

Hinsichtlich der Besteuerung kommt es indes nicht auf die Rechtsfähigkeit an, d.h. es ist ohne Bedeutung, ob es sich um einen rechtsfähigen oder nicht rechtsfähigen Verein handelt. Beide Vereinsformen können Steuervergünstigungen erwirken. Voraussetzung hierfür ist, dass ein Verein als gemeinnützig anerkannt wird. Vorteile der Gemeinnützigkeit sind in erster Linie die Befreiung von der Körperschafts- und Gewerbesteuer, d.h. den Steuern auf das Einkommen, z.B. aus Vermögenserträgen, sowie die Berechtigung, Zuwendungsbestätigungen für Spenden (Spendenquittungen) auszustellen. Die Gemeinnützigkeit einer Körperschaft ist in der Abgabenordnung (AO) festgeschrieben:

„Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Eine Förderung der Allgemeinheit ist nicht gegeben, wenn der Kreis der Personen, dem die Förderung zugute kommt, fest abgeschlossen ist, zum Beispiel Zugehörigkeit zu einer Familie oder zur Belegschaft eines Unternehmens, oder infolge seiner Abgrenzung, insbesondere nach räumlichen oder beruflichen Merkmalen, dauernd nur klein sein kann. Eine Förderung der Allgemeinheit liegt nicht allein deswegen vor, weil eine Körperschaft ihre Mittel einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuführt“.

Quelle: § 52 Abgabenordnung

Es gibt einige Voraussetzungen, die für die Anerkennung als steuerbegünstigte Körperschaft zu erfüllen sind. Eine Übersicht:

  • Die Körperschaft muss gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen, wobei dieser Zweck selbstlos, ausschließlich und unmittelbar ausgeübt werden muss.
  • Die Satzung muss die Art der Zweckverwirklichung angeben.
  • Die Satzung muss eine Regelung enthalten, wonach das Vermögen der Körperschaft bei Auflösung oder Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke auch zukünftig für steuerbegünstigte Zwecke verwendet wird. Dabei handelt es sich um die sogenannte Anfallsklausel.
  • Alle Voraussetzungen der Steuerbegünstigung müssen aus der Satzung klar ersichtlich sein und die tatsächliche Geschäftsführung muss der Satzung entsprechen.

Die Gemeinnützigkeit eines Vereins hängt also ausschließlich davon ab, ob dieser einen förderungswürdigen Zweck im Sinne des oben aufgeführten Paragrafen der Abgabenordnung verfolgt. Die Förderung des Sports ist ein solcher Zweck, Sportvereine sind somit förderungswürdig.

Nach der Darlegung der wichtigsten Schritte rund um die Vereinsgründung wird im Folgenden auf die Vereinsarbeit eingegangen. Nach der Gründung kommen auf einen Verein diverse Aufgaben zu. Wie sieht in diesem Zusammenhang das Leitbild des (deutschen) Sports aus? Wie sehen die Aufgaben konkret aus?

Teamfähigkeit und Fairness im Sportverein

In einem Sportverein werden soziale Werte wie Teamfähigkeit und Fairness gefödert.

2. Vereinsarbeit

2.1 Leitbild des (deutschen) Sports

Sport leistet auf der ganzen Welt einen Beitrag zur Ausbildung und Förderung von sozialen Kompetenzen des einzelnen Menschen. In Deutschland haben Vereine und Verbände wesentliche Beträge zur Demokratisierung unserer Gesellschaft geleistet. Werte wie Toleranz, Solidarität, Teamfähigkeit und Chancengleichheit werden in den Vereinen täglich gelebt. Auf dieser Basis bekennen sich Sportvereine- und verbände zu einem humanistisch geprägten Menschenbild und zum Fair Play-Gedanken. Das Sportangebot der Mitgliederorganisationen dient den Menschen bei der Ausbildung und Förderung der motorischen Fähigkeiten, Förderung der physischen, psychischen und sozialen Gesundheit und leistet damit einen Beitrag bei der ganzheitlichen Entwicklung der Persönlichkeit.

2.2 Aufgaben der Sportvereine

Den Mitgliedern in Sportvereinen, insbesondere Kinder und Jugendliche, soll neben der Gesundheitsförderung das Erlernen sozialer Kompetenzen – ergänzend zu Familie und Schule - vermittelt werden. Des Weiteren setzen sich Vereine und Verbände im Sportbereich für die Förderung von Bewegung, Spiel und Sport im Bildungsbereich ein. Ein Beispiel ist die Prävention und das Vorgehen gegen rassistische, sexistische, homophobe oder auch rechtsextreme Einstellungen und Formen der Diskriminierung.

Bewegung und Gesundheitsvorsorge: Sportvereine bieten in erster Linie Menschen aller Altersgruppen ein Spiel- und Bewegungsprogramm an, das von lizenzierten und qualifizierten Trainern und Fachkräften geleitet wird. Durch den Sport wird die präventive Gesundheitsvorsorge gestärkt, zudem ist der Sportverein ein Ort der Begegnung, zum Kennenlernen, generell zum sozialen Austausch. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien ist bewiesen, dass gemeinsame Aktivitäten und sozialer Kontakt zum Wohlbefinden beitragen.

Integration und Verständigung: Sport verbindet Menschen verschiedener Herkunft, baut Brücken zur gegenseitigen Verständigung und Wertschätzung und leistet damit einen Beitrag zur Integration. Des Weiteren ist Sport ein Baustein auf dem Weg hin zum besseren Gelingen von Inklusion durch die Integration und Betreuung von Menschen mit Behinderung. Bewegung und Sport unterstützen zudem auch Prävention und Rehabilitation, gerade bei Menschen mit Behinderungen.

Erziehung und soziale Verantwortung: Mitglieder in Sportvereinen lernen durch die Vermittlung von sozialen Kompetenzen die Übernahme von Verantwortung. Übungsleiter, Trainer und Schiedsrichter lernen durch Aus- und Fortbildung auch in Sportvereinen soziale Verantwortung, die dann auf die Vereinsmitglieder übertragen wird.

3. Fazit

Sportvereine und ihre Verbände sind in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft verankert. Die Gemeinschaft in einem Verein lebt davon, dass sich möglichst viele Menschen beteiligen, Ziele anstreben und diese gemeinsam verwirklichen. Hierzulande übernehmen Sportvereine teilweise Aufgaben, die in anderen Ländern durch den Staat ausgeführt werden. Das Pflegen der Vereinskultur und die Förderung der Sportvereine sollten auch in Zukunft beibehalten und vorangetrieben werden.

Bildquellen:

Abbildung 1: commons.wikimedia.org © Gnom (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 2: pixabay.com © succo (CC0 1.0)
Abbildung 3: commons.wikimedia.org © Ampfinger (CC BY-SA 3.0 )

 
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