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Die häufigsten Fußballverletzungen und vorbeugende Maßnahmen

Beitrag vom 30.10.2014 16:35 Uhr

Die häufigsten Fußballverletzungen und vorbeugende Maßnahmen

Fußball ist weltweit gesehen nicht nur der beliebteste Sport, sondern zählt auch zu den Sportarten mit dem größten Verletzungsrisiko. Rasante Sprints, flinke Drehungen und viele Bewegungswechsel sind eine große Belastung für Muskeln und Gelenke; dies gilt für Freizeitspieler wie auch für Profis. Da Fußball ein Kontaktsport ist, der ohne Protektoren gespielt wird, kommt es nicht selten bei den Kämpfen um den Ballbesitz zu Blessuren.

Quelle: statista.com © Focus Nr. 25, 17. Juni 2013, Seite 97

Verletzungen sind natürlich niemals ganz auszuschließen, doch wer einige Punkte im Blick hat, kann das Risiko zumindest deutlich minimieren.

Gute Vorbereitung beugt vielen Verletzungen vor

Die meisten Verletzungen entstehen, weil die drei wichtigsten Aspekte vernachlässigt wurden, die vor jedem Spiel und jedem Training notwendig sein sollten:

1. Aufwärmen
2. Dehnen
3. Abkühlen (Cool-Down)

Ein ausgiebiges Aufwärmen ist das A und O vor dem Sport. Durch Lauf- und Sprintübungen kommt der Körper auf Betriebstemperatur, die Muskeln werden warm und locker. Übungen zur Verbesserung von Technik, Koordination und Geschicklichkeit trainieren die Muskeln und sorgen dafür, dass sie auch bei längerer Belastung nicht ermüden. Muskeln, die ermüdet sind, sind deutlich anfälliger für Verletzungen.

Zudem kann es sinnvoll sein, zusätzlich zum Fußball noch einen Ausgleichsport zu betreiben, um auch die Muskeln zu trainieren, die beim Fußball eher zweitrangig sind. Oftmals unterstützen diese Muskelgruppen jene, die beim Fußball beansprucht werden und sorgen so für einen ausgewogenen Trainingsstand.

Dehnübungen machen Muskeln und Gelenke locker und bereiten sie auf Anstrengung vor. Eine Überdehnung der Muskeln sollte hierbei aber unbedingt vermieden werden. Zu ausgiebige Dehnübungen vor dem Training beanspruchen überdies die Muskulatur unnötig und sorgen für weniger Leistungsfähigkeit. Entsprechend sollten die Dehnübungen sich auf die Beinmuskulatur beschränken und höchstens zehn Minuten dauern.

Nach dem Training ist Dehnen nicht notwendig, hier reicht ein Cool-Down. Wer sich direkt nach der intensiven Belastung aufs Sofa legt, riskiert Kreislaufprobleme und Muskelkater, denn die Muskeln werden nun zwar entspannt, das Herz arbeitet aber nach wie vor auf Hochtouren. Besser ist es, nach dem Sport locker auszulaufen und so dem Kreislauf Zeit zu geben, den Organismus wieder herunterzufahren.

Gründliches Aufwärmen beugt den meisten Verletzungen vor.

Auch die Wahl der richtigen Schuhe ist entscheidend, denn schwierige Platzverhältnisse und unebener Boden sorgen für zusätzliche Belastung.

Mit der richtigen Ernährung sind die Muskeln schon vor der Beanspruchung optimal versorgt und weniger anfällig für Schäden. Kohlenhydrate und Eiweiße gewährleisten die Deckung des Energiebedarfs und auch viel Flüssigkeit ist wichtig. Bereits mehrere Stunden vor dem Spiel oder der Trainingseinheit sollte ausreichend Wasser getrunken werden.

Muskelzerrung

Werden die Aufwärmübungen vernachlässigt, steigt das Risiko von Muskelzerrungen erheblich. Sie sind die häufigste Muskelverletzungsart überhaupt und entstehen, wenn der Muskel über sein natürliches Maß hinaus gedehnt wird, was oft bei Sprints, plötzlichem Abbremsen sowie Dreh- und Beschleunigungskombinationen passiert. Durch diese Überdehnung zieht sich der Muskel anschließend schnell und stark zusammen, wodurch er gezerrt wird. Bemerkbar machen sich diese Zerrungen typischerweise durch eingeschränkte Beweglichkeit und stechende Schmerzen an der betroffenen Stelle.

Generell gilt, dass bei einer Muskelzerrung erst wieder trainiert werden sollte, wenn die Schmerzen völlig abgeklungen sind. Eine Behandlung mit Salben und Tapeverband ist meist ausreichend und kann durch Stützkrücken ergänzt werden.

Muskelfaserriss

Muskelfaserrisse kommen besonders häufig in der Wade vor, können aber auch alle anderen Muskelpartien betreffen. Ähnlich wie bei der Muskelzerrung ist die häufigste Ursache ein unzureichendes Aufwärmtraining. Bei einem Muskelfaserriss reißt mit einem Ruck ein kleines Bündel Muskelfasern, was sich durch einen plötzlichen scharfen Schmerz und eine Beule an der betreffenden Stelle äußert. Muskelfasern an sich sind sehr widerstandsfähig; zu einem Riss kommt es in der Regel nur dann, wenn der Muskel extrem beansprucht wurde oder bereits vorgeschädigt war.

Ein Muskelfaserriss muss unbedingt ruhig gestellt und auf weitere Belastung sollte verzichtet werden, bis die Verletzung auskuriert ist. Das dauert in der Regel drei bis sechs Wochen.

Bänderdehnung

Wird das Gelenk extrem beansprucht, kann es besonders in Knie- und Sprunggelenken zu Bänderdehnungen kommen. Dabei werden die betroffenen Bänder über ihr natürliches Maß hinaus gedehnt und können sich dann nicht mehr zusammenziehen, sodass sie in ihrer gedehnten Position verbleiben. Die Verletzung geht meist einher mit Kraftverlust im betroffenen Gelenk, leichten Schwellungen und Schmerzen. Wird sie nicht behandelt, kann das sogar zur Instabilität des Gelenks führen. Zudem bleibt die angeschlagene Stelle anfällig für weitere und stärkere Verletzungen.

Das betroffene Gelenk sollte unbedingt geschont und stabilisiert werden. Dabei muss der gesamte Bandapparat rund um das Gelenk beachtet und mit entlastet werden. Beim Kniegelenk eignen sich hierfür spezielle Bandagen, doch ein Besuch beim Arzt ist zudem in jedem Fall zu empfehlen.

Knie- und Sprunggelenke sind besonders gefährdet.

Bänderverletzung im Knie

Durch die vielen Drehbewegungen ist beim Fußball vor allem das Knie anfällig für Verletzungen. Kommt es zu einer Bänderverletzung, macht sich das durch eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung, Druckschmerzen und Instabilität des Gelenks bemerkbar. Meist sind diese Verletzungen relativ harmlos und lassen sich mit einer Sportpause innerhalb von drei bis sechs Wochen gut auskurieren, doch sie können in schwereren Fällen auch einhergehen mit einem Meniskusriss oder einer Kreuzbandverletzung. Sind alle drei Außenbänder von der Verletzung betroffen, dauert die Heilung bis zu zwölf Wochen. Nach der Ruhigstellung darf das Gelenk nur schonend wieder belastet werden.

Außenbandriss im Sprunggelenk

Klassische Ursache für den Außenbandriss im Sprunggelenk ist das gefürchtete Umknicken mit dem Fuß. Hierbei werden die Außenbänder des Gelenks überstrapaziert, bis es schließlich zum Riss kommt. Unmittelbar nach der Verletzung schwillt das Gelenk stark an und schmerzt.

Zur Behandlung muss das Fußgelenk im besten Fall mit einer Schiene ruhiggestellt werden. Die Heilung dauert etwa sechs Wochen.

Kreuzbandriss

Eine der schwersten Knieverletzungen ist der Kreuzbandriss. Das Band reißt deutlich spürbar mit einem hörbaren Knacken. Das Knie schwillt stark an und ist sehr schmerzempfindlich. Hier ist in der Regel eine Operation notwendig. Wird ein Kreuzbandriss nicht ordentlich behandelt, kann es zu irreparablen Schäden kommen oder zu Spätfolgen wie Arthrose.

Die Therapie einer solchen Verletzung ist sehr langwierig und braucht etwa sechs Monate. Nach etwa drei Monaten kann mit leichteren Belastungen wie Laufen oder Radfahren begonnen werden.

Knieverletzungen sind meist extrem schmerzhaft.

Adduktorenzerrung

Die Adduktoren sind jene Muskelgruppen, die beim Spreizen der Beine gebraucht werden und die sich an der Innenseite des Oberschenkels befinden. Eine Adduktorenzerrung kann auftreten, wenn es zu einer ruckartigen, starken Bewegung in Gegenrichtung der Muskeln kommt, wie etwa bei einer Grätsche. Durch Dehnübungen kann dieser Verletzung vorgebeugt werden. Die Heilung einer Adduktorenzerrung dauert je nach Stärke und Trainingszustand zwischen zwei und sechs Wochen.

Meniskusriss

Der Meniskusriss ist eine extrem schmerzhafte Verletzung. Hier wird eine der beiden Knorpelscheiben verletzt, die zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen sitzen. Sie funktionieren wie ein Stoßdämpfer und sorgen für gleichmäßige Druckbelastung im Knie. Daher unterscheidet man zwischen Innenmeniskus und Außenmeniskus, wobei ersterer deutlich häufiger verletzt wird. Bei einem Meniskusriss kann das Kniegelenk nur eingeschränkt und unter Schmerzen bewegt werden.

Eine fachgerechte Diagnostik ist hier unabdingbar, denn nicht jeder Meniskusriss muss operativ behandelt werden. Bei der konservativen, also nicht-operativen Behandlung, wird das Gelenk zunächst geschont und durch Gymnastik die Muskelgruppen gestärkt, die zur Entlastung beitragen.

Je nach nötiger Behandlung kann die Heilung mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.

Schien- und Wadenbeinbruch

Neben den zahlreichen Verletzungen von Muskeln und Gelenken kann es beim Fußball auch zum Schien- und Wadenbeinbruch kommen. Hier ist sofortige Behandlung durch einen Arzt unumgänglich. Kleine, unverschobene Brüche wachsen häufig relativ schnell wieder zusammen. Kompliziert und langwierig wird es, wenn der Knochen mehrfach gebrochen ist. In solchen Fällen ist es oft notwendig, die betroffenen Partien zu verschrauben und zu schienen. Meist dauert es mehrere Monate bis Fußball wieder möglich ist.

Achillessehnenriss

Ein Achillessehnenriss kann auch ohne unmittelbaren Unfall auftreten, geschieht aber meist bei einem schnellen Antritt und Überbeanspruchung. Der Spieler spürt dann einen kurzen und heftigen Schmerz in der Wade, der von einem lauten Knall, ähnlich einem Peitschenknall begleitet wird. Schwellung und einhergehende Blutergüsse sind zwar nur minimal, doch selbst normales Gehen ist mit einem Achillessehnenriss nicht mehr möglich. Bei einem vollständigen Riss muss operativ behandelt werden, während Teilrisse auch konservativ behandelt werden können. Die Behandlung an sich dauert bereits sechs Wochen, die notwendige Nachbehandlung weitere sechs Wochen.

In der Regel kann nach der Abheilung die alte Leistungsfähigkeit vollständig wiederhergestellt werden, doch bei Spitzensportlern kann es trotz sorgsamer Behandlung zu Leistungseinbußen kommen.

Kopfverletzungen

Weniger häufig als Muskel- und Gelenkverletzungen, aber dennoch nicht außer Acht zu lassen, sind auch Verletzungen am Kopf.

Konnten früher Spieler selbst entscheiden, ob sie nach einer Kopfverletzung wieder fit sind, hat die UEFA kürzlich festgelegt, dass bei einem Verdacht auf Gehirnerschütterung das Spiel bis zu drei Minuten unterbrochen wird. Der verletzte Spieler darf dann erst weiterspielen, wenn der Mannschaftsarzt dies für unbedenklich erklärt hat.

Auch schmerzhafte Brüche von Joch- und Nasenbein kommen regelmäßig vor, sei es durch missglückte Kopfbälle oder versehentliche Schläge ins Gesicht.

Wenn es zur Verletzung kommt

Trotz aller Vorbereitung und Training sind Verletzungen im Fußball niemals ganz auszuschließen. Ist es doch passiert, kommt es darauf an, möglichst schnell zu reagieren und Hilfe zu leisten. Hierfür eignet sich das Befolgen des sogenannten „Pech“-Schemas.

 

Das „Pech“-Schema

 

Besonders wichtig ist, nach der Verletzung nicht zu früh wieder voll einzusteigen, sondern dem Körper ausreichend Zeit zur Heilung zu lassen. Viele Verletzungen treten unter anderem deshalb auf, weil die beanspruchten Partien noch nicht wieder bereit sind für extreme Belastung und so schnell erneut geschädigt werden.

Generell sollte auch eine Überbelastung vermieden werden. Gerade Einsteigern passiert es häufig, dass sie ihre Kräfte überschätzen und damit den Körper überstrapazieren. Regelmäßiges Training mit konstanter Steigerung führt sicherer an das gewünschte sportliche Ziel.

Bilderquellen:

Bild 1: commons.wikimedia © Roger Goraczniak ( CC BY 3.0)
Bild 2: Pixabay.com © macblack ( CC0 1.0)
Bild 3: commons.wikimedia © Kuebi ( CC BY-SA 2.5)

 
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